Nachhaltigkeit in der Erwachsenen- und Weiterbildung 

Das Bild zeigt eine Hand mit einer grün eingefärbten Erdkugel darauf vor unscharfem grünen Hintergrund.

Bild: annca (www.pixabay.com), CC0




Der Begriff  "Nachhaltigkeit" stammt aus der preußischen und sächsischen Forstwirtschaft.  Das Prinzip Nachhaltigkeit besagt, dass  nicht mehr Holz geschlagen werden darf, als nachwächst.  Generalisiert  man diese Aussage und bezieht sie auf die Weltwirtschaft, anstatt auf die Forstwirtschaft, wird aus "Es wird nicht mehr geerntet als natürlich nachwächst": „Der Mensch darf sich den natürlichen Ressourcen nicht mehr bedienen, als die Natur in entsprechendem Zeitraum wieder hervorbringen kann“ und andersherum „Der Mensch darf nicht mehr in die Umwelt einbringen, als diese in entsprechendem Zeitraum verarbeiten oder abbauen kann“.

Der gegenwärtige gesellschaftliche Diskurs zum Thema „Nachhaltigkeit“ zeigt dessen Relevanz in letztlich jedem Lebensbereich. Deswegen hat die UN auch die 17 „Sustainable Development Goals“ aufgestellt. Auf Platz 4 befindet sich das Ziel, eine „Hochwertige Bildung“ zu schaffen.

Nachhaltigkeit ist kein ursprüngliches Bildungsthema,  aber der Mensch benötigt zunächst entsprechendes Wissen und muss Fähigkeiten erlernen, um dieses Wissen anzuwenden, damit er den eigenen Lebensraum  erhalten kann. Ohne Bildung also kein Wissen/Können und ohne Wissen/Können kein Einsatz für die Nachhaltigkeit! 

So ist es nur verständlich, dass das Thema "Nachhaltigkeit"  in mittlerweile fast alle Lebensbereiche übertragen wird und weiterhin an Relevanz gewinnt. Dieses Dossier widmet sich dem Thema Nachhaltigkeit im Kontext der Erwachsenen- und Weiterbildung. Wenn Sie aus Ihrer Bildungspraxis  weitere Erfahrungsberichte, Materialien oder  andere Inhalte beisteuern können und wollen,  wenden Sie sich gerne an info@wb-web.de

Bildung für nachhaltige Entwicklung

Ziel von BNE ist eine Entwicklung, die ein Leben in Frieden und ein dauerhaft tragfähiges Ökosystem ermöglicht. Dabei sollen sich aber Menschen, Staaten und  Wirtschaft  weiter entwickeln  können und dürfen.

BNE, SDG und EDS?!

Das Bild das zeigt das Logo des UNESCO-Weltaktionsprogramm "Bildung für nachhaltige Entwicklung".

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist ein Weltaktionsprogramm der UNESCO.  Von 2015 bis 2019 wurden in diesem Aktionsprogramm 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) formuliert und in die 193 Mitgliedsstaaten getragen. Die formulierten Ziele betreffen sämtliche gesellschaftliche Lebensbereiche und politische und wirtschaftliche Entscheidungen. Um dieses komplexe Programm weiter   zu verbreiten, dafür zu sensibilisieren und langfristige Konsequenzen zu erwirken, schließt an den fünfjährigen Aktionszeitraum nun ein weltweite Aktionsdekade an.  Die Agenda 2030 ("Education for Sustainable Development: Towards achieving the SDGs", kurz "ESD for 2030") soll das Ziel erreichen, dass alle Gesellschaften weltweit in Frieden und nachhaltig zusammenleben. 

Mehr zum Weltaktionsprogramm der UNESCO finden Sie hier.

Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie

Die Bundesregierung  pflegt seit 2002 eine eigene Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie.  Die Strategie umfasst alle Arbeitsbereiche der Bundesregierung. Ihre Leitlinien sind Generationsgerechtigkeit, Lebensqualität, sozialer Zusammenhalt und internationale Verantwortung. Beispiele für die Bemühungen der Bundesregierung im Sinne dieser Leitlinien zu arbeiten sind die Senkung der Treibhausemissionen, der ökologische Landbau, die Sensibilisierung bei Vergabeaufträgen oder die Umstrukturierung der Beschaffung.

Alle zwei Jahre wird diese Strategie aktualisiert.  In der neusten Überarbeitung von 2018 (Stand: 02/2020)  erscheint das Thema Bildung zwar nicht als eigenes Kapitel, aber an diversen Stellen wird Bildung als  "zentraler Schlüssel für Teilhabe" oder als "Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben" betont und in Zusammenhang mit der Nationalen Weiterbildungsstrategie  als Grundlage für  den Einsatz für mehr Nachhaltigkeit genannt.

Die aktualisierte Version der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie von 2018 finden Sie hier.

Nachhaltigkeit in der weiterbilden 

Das Bild zeigt das Cover der Zeitschrift weiterbilden zum Thema Nachhaltigkeit.

Spätestens seit »Fridays for Future« wird deutlich, dass Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit gesellschaftliche Querschnittsthemen sind – und ein genauerer Blick auf deren Verhandlung in der Erwachsenen- und Weiterbildung lohnt. Dabei gehen die Autorinnen und Autoren des Hefts über die Thematisierung von Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen in Veranstaltungen der EB/WB hinaus und blicken z.B. auch darauf, was bei der Auswahl von Materialien zum Thema Klimawandel beachtet werden muss oder ob und wie Nachhaltigkeit in den Einrichtungen selbst umgesetzt wird.

Die weiterbilden erscheint als Printausgabe am 24.03.2020. Die digitale Ausgabe , die bereits ab jetzt verfügbar ist, und den Bestelllink finden Sie hier.

Folge 1: Nachhaltigkeit  als Thema in der EB & WB

Folge 1: Nachhaltigkeit  als Thema in der EB & WB

Das Bild zeigt eine Cartoon-Collage mit einer Weltkugel in der Mitte, im Hintergrund eine Großstadtskyline, einer Straße mit Bäumen im Vordergrund, auf der Wasser steht, außerdem auf der rechten Bildseite eine Hand, die einen Pflanzensätzling hält und auf der linken Bildseite eine Hand, die Geldscheine hält.

Nachhaltigkeit ist als Thema in aller Munde und längst auch in Einrichtungen der Erwachsenen- und Weiterbildung angekommen. Zahlreiche Bildungsangebote beschäftigen sich mit  Klimawandel, Tier- und Naturschutz, Alternativen zu Ressourcenverschwendung und fairen Lebensbedingungen für die Menschen weltweit. 

Diese Dossierfolge beleuchtet den Umgang des Themas "Nachhaltigkeit" in Veranstaltungen der Erwachsenen- und Weiterbildung. Wir stellen Ihnen offline und online Lernangebote  vor, beschäftigen uns  in dem Zusammenhang mit dem Aspekt der Gamification, wir tragen Forschungsergebnisse über die Relevanz des Themas  (für die Erwachsenen- und Weiterbildung) zusammen und wir stellen Ihnen erfolgreiche Projekte, alternative Lernorte und Tool-Tipps vor.

Zu Folge 1

Diskutieren Sie mit

Netzwerke und Akteure

Es gibt vielfältige Möglichkeiten sich privat oder als Vertreter einer Institution zum Thema Nachhaltigkeit und Bildung zu informieren oder auch aktiv einzubringen. Im Internet ist über zahlreiche (Social Media) Kanäle die Kommunikation und der Austausch besonders leicht. Wir haben für Sie einige digitale Orte zusammengetragen:

  • BIBB_Nachhaltigkeit  -  Twitterkanal  des  Bundesinstituts für berufliche Bildung zum Thema Nachhaltigkeit.
  • Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit - Zentraler Ort der Wissenschaft, drängende Fragen der Nachhaltigkeitspolitik  zu besprechen (Twitter).
  • Ausgezeichnete Netzwerke -  Herausragende Bildungsinitiativen für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet vom UNESCO-Weltaktionsprogramm: Bildung für nachhaltige Entwicklung.
  • RENN.West - Die Regionale  Netzstelle Nachhaltigkeitsstrategien West fördert die Kommunikation über Nachhaltigkeitskonzepte.
  • HOCH-N - Netzwerk zu Nachhaltigkeit an Hochschulen, unter anderem mit Schwerpunkt auf Lehre und Transfer.
  • ANU - Die Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Umweltbildung  Bundesverband e. V. arbeitet zu etwa 50% mit Kindern und Jugendlichen und zu 50% mit Erwachsenen zusammen.