Rentenversicherung

Auch Selbstständige arbeiten nicht ewig. Wer ist pflichtversichert und wer hat die Wahlfreiheit in der Rentenversicherung?

Das Bild zeigt ein älteres Paar von hinten auf einer Parkbank.

Bild: Seniorenpaar walteresch / pixabay.com, CC0 Public Domain

Bestimmte Gruppen Selbstständiger sind in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Dazu zählen unter anderen:

  • Lehrkräfte, wenn sie regelmäßig mehr als 450 Euro/Monat verdienen (auch nebenberuflich),
  • Publizisten, wie Schriftsteller, Autoren und Journalisten, und auch, wenn die Person Publizistik lehrt,
  • Personen, die überwiegend für einen Auftraggeber arbeiten (Scheinselbstständigkeit).

Die Bezeichnung Lehrkraft wird sehr weit ausgelegt. Hierzu zählt ebenso Nachhilfe, wie Golf- oder Tennisunterricht. Ebenso können selbstständige Coaches, Trainer, Moderatoren, Supervisoren oder Yogapädagogen hinzugerechnet werden.

Und doch gibt es keine Regel ohne Ausnahme. Wenn selbstständige Lehrende versicherungspflichtige Arbeitnehmer oder Auszubildende in einem lehrtätigen Zusammenhang beschäftigen, entfällt für sie die Rentenversicherungspflicht.

Beschäftigen die selbstständigen Lehrenden jedoch nur Hilfskräfte im Rahmen der Geringfügigkeitsgrenze, also bis 450 Euro im Monat, bleiben sie selbst versicherungspflichtig. Die Anstellung mehrerer geringfügig Beschäftigte, die zusammen einen versicherungspflichtigen Beschäftigten ersetzen, entbindet den Selbstständigen hingegen wieder von der Rentenversicherungspflicht.

Ein Gründungszuschuss von der Bundesagentur für Arbeit kann eventuell zu einer Versicherungspflicht führen. Die ist im Einzelfall zu prüfen.

Eine Mehrfachversicherungspflicht entsteht, wenn zum Beispiel der Lehrende nebenbei noch als Journalist arbeitet und in beiden Tätigkeiten versicherungspflichtig wird. Die Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung werden grundsätzlich aus jeder einzelnen entstandenen Versicherungspflicht gezahlt, jedoch höchstens bis zur Beitragsbemessungsgrenze.

Die Beitragshöhe basiert auf dem aktuellen Beitragssatz und der Bezugsgröße.  Bei der Betragszahlung unterscheidet man den „halben Regelbeitrag für Einsteiger“, den „Regelbeitrag“ und den „einkommensgerechten Beitrag“.

Der „halbe Regelbeitrag für Einsteiger“ können Selbstständige in den ersten drei Kalenderjahren ihrer selbstständigen Tätigkeit wählen. Er beträgt in den alten Bundesländern 289,70 Euro bzw. in den neuen Bundesländern 266,91 Euro monatlich (Jahr 2019).

Der Regelbeitrag kann ohne Bezug auf das Einkommen gezahlt werden. Er beträgt im Jahr 2019 in den alten Bundesländern 579,39 Euro und 533,82 Euro in den neuen Bundesländern.

Der einkommensgerechte Beitrag orientiert sich am letzten Einkommenssteuerbescheid. Die Beiträge können niedriger oder höher als der Regelbeitrag ausfallen.

Auf der Seite der Deutschen Rentenversicherung finden Sie ausführliche Informationen zur Rentenversicherung als Selbstständiger.

Private Altersvorsorge

Die Stiftung Warentest gibt auf ihrer Themenseite Rentenversicherung einen Überblick über die Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge. Hier finden Sie  Informationen und Testergebnisse (kostenpflichtig) zu Riester- und Rürupangeboten sowie zu Kapitallebensversicherungen oder Rentenfonds.